Das eine Prinzip, mit dem du im Alltag entspannter wirst

love it, change it or leave it

„Du Vollidiot! Man parkt zwischen den weißen Linien, nicht darauf!“

Deine Schlagader pocht wie nach einem 100-Meter-Lauf. Dein Kopf droht zu platzen bei soviel Unvermögen. Du willst nur schnell nach Hause und jetzt findest du keinen Parkplatz, weil dein Nachbar zu dumm zum Einparken ist.

Kommt dir bekannt vor?

Im Durchschnitt ärgert sich jeder Mensch zwei- bis dreimal am Tag. Damit ärgern wir uns häufiger als wir Trauer oder Furcht empfinden.

Oft sind es kleine, wiederkehrende Dinge, die uns besonders aufregen. Der Partner hat schon wieder sein nasses Handtuch auf dem Bett liegen lassen. Der Kollege auf der Arbeit ist schon wieder mehr mit Lästern als mit Arbeiten beschäftigt. Der Nachbar parkt schon wieder auf zwei Parkplätzen, so dass du einmal um den Block entfernt parken musst.

Jetzt hört sich zwei- bis dreimal pro Tag gar nicht so viel an. In derselben Zeit atmest du ja bspw. ca. 25.000 Mal und dein Herz schlägt ca. 115.200 Mal. Im Vergleich dazu ist zwei- bis dreimal Aufregen gar nichts.

Doch der Ärger ist leider meistens keine Momentaufnahme wie ein Herzschlag. Er setzt sich fest. Als Gedanke, als Gefühl. Und wenn es ganz schlimm kommt, auch als physische Reaktion im Magen-Darm-Trakt.

Gerade bei wiederkehrenden Auslösern ist dies der Fall. Das einmalige Stoßen des Schienbeins am Couchtisch wird mit Sicherheit kein Magengeschwür auslösen. Wiederholtes Ärgern über ein und dieselbe Sache kann das schon.

So schlimm muss es aber gar nicht kommen.

Wenn es dir aus persönlicher Erfahrung bekannt ist, dass Ärger so unschöne Konsequenzen hat, warum gehst du dann nicht einen anderen Weg?

Warum reagierst du erst hinterher und bekämpfst die Wirkung, anstatt dich der Ursache zu widmen und schon das Entstehen von Ärger zu vermeiden?

Ich habe für mich eine ganz einfache Formel gefunden, mit der sich mein Alltag wunderbar entspannt hat.

 

Love it, change it or leave it.

Dieses Motto klingt wie eine Kalenderweisheit. Abgerissen am 5. März und am 6. März schon wieder vergessen.

Wie bei vielen vermeintlich oberflächlichen Sprüchen, kann man aber auch hier einen tieferen Sinn entdecken.

Liebe es, ändere es oder beende es.

So plump der Spruch klingen mag, so wahr ist er auch. Wenn mich etwas ärgert, kann ich genau zwischen diesen drei Alternativen wählen. Mehr gibt es nicht.

Der Partner hat wieder sein nasses Handtuch auf dem Bett liegen lassen?

1. Okay, das ist halt seine Macke. Ich liebe ihn und seine Macken, deshalb ist es okay für mich.

So rege ich mich nicht darüber auf, sondern erkenne, dass dies eine Eigenheit an ihm ist, die zu seiner Persönlichkeit dazu gehört.

2. Passt mir nicht, will ich ändern.

Ich kann diesen Zustand auch ändern, wenn er mir unerträglich erscheint. Ich kann es ansprechen und sehr wahrscheinlich wird sich die Situation auch ändern und mein Partner hängt das Handtuch demnächst auf. Wenn nicht, dann…

3. …gehe ich.

Okay, zugegeben, an dieser Stelle ist das Verlassen wohl etwas übertrieben. Aber es ist eine Option. Wenn ich mich mit der Situation nicht anfreunden und sie nicht ändern kann, muss ich aus ihr raus.

Dieses Muster kann man auch mit den anderen oben genannten Beispielen durchgehen. Sei es der lästernde Arbeitskollege oder der notorische Schlechtparker.

Der Spruch gilt aber nicht nur für Personen oder deren Handlungen. Auch Situationen kann man anhand dieser drei Kriterien einordnen. Die Kollegen von karrierebibel.de haben für das Beispiel „Job“ ein Flussdiagramm entwickelt, das die Möglichkeiten schön darstellt.

Wenn du deinen Job liebst, ist alles gut.

Falls das nicht der Fall ist, bist du dann bereit diesen Zustand zu ändern? Wenn ja, dann los.

Bist du nicht in der Lage oder gewillt den Zustand zu ändern? In diesem Fall bleibt dir nur die Kündigung.

 

Die praktische Umsetzung

Die Theorie ist klar. Es gibt drei Alternativen. Punkt.

Wie aber setzt du diese jetzt in der Praxis um? Es geht schließlich um einschneidende Veränderungen, nicht um die Wahl zwischen zwei Apfelsorten im Supermarkt.

Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du diese hinterfragen. Das meine ich hierbei wörtlich. Stelle dir verschiedene Fragen zu den unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten. So kannst du die Situation in Ruhe analysieren und daraus die passenden Schlüsse ziehen. Folgende Fragen sind hilfreich:

Love it:

  • Was kann ich aus der Situation lernen?
  • Was ist das Positive daran?
  • Welche guten Seiten kann ich erkennen?
  • Wenn ich die Situation akzeptieren muss, wie kann ich sie erträglich gestalten?

Change it:

  • Was will ich verändern?
  • Wo kann die Veränderung ansetzen?
  • Wie läuft die Veränderung ab?
  • Bis wann will ich damit fertig sein?

Leave it:

  • Will ich die Situation wirklich verlassen?
  • Was muss ich tun, um nicht mehr in diese Situation zu kommen?
  • Welche Konsequenzen hat ein Verlassen?
  • Wie hoch ist der Preis dafür?

Wenn du jetzt analysiert hast, welcher der für dich richtige Weg ist, musst du ihn auch gehen. Das bedeutet, eine Entscheidung zu treffen. Und diese Entscheidung mit all ihren Konsequenzen durchzuziehen.

 

Probiere es aus!

Mit Sicherheit gibt es auch in deinem Leben einige Menschen und Situationen, die bei dir für Ärger sorgen. Schreib sie auf. Schau dir an, was du mit den Dingen machen willst. Markiere bei jedem einzelnen Element, ob du es akzeptieren, ändern oder verlassen willst. Dann handle entsprechend.

Auch wenn die Umstellung zu Beginn wahrscheinlich schwierig wird, vielleicht sogar schmerzhaft ist, du wirst die Veränderungen schätzen lernen. Denn es ist besser, die Quelle seines Ärgers einmal mit Schmerzen zu entfernen, als jeden Tag aufs Neue darunter zu leiden.

Glück auf
Stephan

 



Bildquelle:
Eigenes Design

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